Die "Aquaria" ist eine der Longlines aus dem gleichnamigen Buch von Adi Stocker. Die Route führt auf der Ehrwalder Seite der Zugspitze über 1050 Klettermeter in 28 SL durch die Südwestwand auf die östliche Plattspitze (2680m). Wir erledigen einen Teil des Zustiegs am Vorabend mim Radl und schlafen hervorragend auf der kürzlich renovierten Hochfeldern-Alm, auf der man - anders als im neuen Panico "Wetterstein Süd" noch erklärt - herrlich übernachten kann!

Nach langem Ausschlafen bis 6.25 Uhr (von Starnberg hätten wir um 3.30 losfahren müssen....) und reichem Frühstück steigen wir die letzten 200 hm zur Wand. Der Einstieg ist noch unterm Altschne und bissel komisch zu erreichen, das sollte aber bald kein Problem mehr sein. Die Route geht mal über Platten mit herrlichen Wasserrillen, mal über zT ordentlich brüchigen Wetterstein-Kalk. Gebohrte Zwischensicherungen sind vernünftig und in den schweren Längen ausreichend vorhanden, die Stände haben alle 2 Bolts. Nur in den paar schrofigen 2-3er SL sind sie eher rar, sodass hier gutes Gespür für Wegfindung erforderlich ist! So ham wir uns natürlich auch 2x verhauen... Die Schlüsselstelle im "fotogenen Quergang" war für uns nur A0 möglich, aber auch in den 6er Längen muss man beherzt zugreifen und darf sich nicht vom losen Gestein beirren lassen.

Der Abstieg sei noch erwähnt: Es geht über den Westgrat (hier 1x Abseilen möglich) und dann über Fixseile aufs Zugspitzplatt. Der Berg ist ein Schotterhaufen - das wird einem auf dieser Seite endgültig klar und man muss sehr behutsam sein um sich nicht - wie ich - mit dem Fixseil noch nen Brocken auf die Haxn zu schmeissen ;) Dann kommt halt noch der lange Hatsch übers Gatterl zurück nach Ehrwald. Besser man nimmt gleich den Weg zur Knorr-Hütte und einen Umweg in Kauf, als zu versuchen direkt auf den Weg zum Gatterl nach Osten zu stöpseln. Allerdings findet man im weglosen weiten Platt neben richtig schönen Blümchen noch so manches Relikt aus dem Krieg, wie zB Teile einer deutschen Wehrmachts Mörsergranate... 

Fazit: Tolle, lange und anstrengende Tour! Mit dabei: Geli und Michel (aus Miltenberg)