Nach den 2 schönen Klettereien am Furkapass trafen wir uns mim Sepp um von der Fiescheralp den langen Hatsch über den Aletschgletscher Richtung Konkordiaplatz bzw. -Hütte zu starten. Der Weg durchs Gletscherlabyrinth lief am Zustieg reibungslos - keine Selbstverständlichkeit, wie sich 2 Tage später im Abstieg herausstellen sollte (es gibt auf dem aperen Gletscher weder Pfadspur noch Markierungsstangen!).

Der Aufstieg zur Hütte, die mittlerweile knapp 200 hm über Gletscherniveau liegt, erfolgt spektakulär über Leitern...

Da am Freitag das Wetter wie angesagt mit immerwiederkehrendem Niesel und Nebel für eine große Tour zu schlecht war, vergnügten wir uns auf einem Gletscherspaziergang Richtung Jungfraujoch und kraxelten etwas im Bruch vom Ewigschneefäld herum - in der Hoffnung einen Durchschlupf Richtung Gross Grünhorn zu finden, um so anderntags einen alternativen Anstieg zu haben...leider Fehlanzeige ;))

Um Kurz nach 5 starteten wir am nächsten Morgen also über den Grüneggfirn zunächst Richtung Grünhorn Lücke. Die breite Spur verließen wir bald Richtung Norden, um immer steiler werdend auf ca 3500m einen Durchschlupf auf die SW-Flanke des Grünegg zu passieren (der Schrund ist momentan am linken Übergang zum Fels gut umkletterbar). Weiter gings bereits in strahlendem Sonnenschein über die Flanke zum Südwestgrat des Grünegghorn. Dieser recht schmale Grat besteht aus ziemlichem Schotter, die Kletterei ist nie schwer, aber oft ausgesetzt...bald ist der Gipfel passiert und nach kurzem Abklettern im Fels gelangen wir im Firn zum Grat des Gross Grünhorn: Auf den letzten 200 hm verläuft die Kletterei tendentiell in der gratnahen Westflanke im II. Grad, selten schwerer. 

Vom Gipfel hat man einen wirklich grandiosen Rundumblick auf Mönch, Jungfrau, Aletschhorn, die zackigen Fiescher Hörner und aufs Finsteraarhorn, alle mit ihren jeweiligen Gletschern...

Nach einer genüsslichen Rast am Gipfel gings auf gleichem Weg zurück. Diesmal erwischten wir den Weg übern Aletschgletscher allerdings nicht so optimal: So mussten wir oft im Zick-Zack wohl die doppelte Strecke rauslaufen, oft über Spalten springend. Die erfolgreiche Tour,  und daß wir auf der Fiescheralp die Gondel Richtung Tal grad noch erwischt haben, wurde anschließend gscheit gefeiert!

Fazit: Ursprünglich als alternativ Tour gedacht, ist die Besteigung des Grünhorn durchaus eine lohnenswerte und mit knapp 8h auch ausgewachsene Sache!    

Mit dabei: Sepp, Schorsch&Geli