Trotz der Sonne ist es in unserem Traumbiwak zu kalt und wir finden entgegen unserer Erwartungen kein flüssiges Wasser. Der Kocher geht nonstop um für Abendessen und den nächsten Tag Wasser zu schmelzen - uns geht zu früh das Gas aus. Wir stehen um 5 Uhr auf um bei Tageslicht am Einstieg der "Routa de los Californianos" zu sein. In der schönsten Dämmerung meines Lebens treffen wir unterwegs an der Silla de los Americanos  schwerstbeladene Tschechen auf dem Weg zu einer Erstbegehung...

Unsere "Californiana" ist eine der wenigen Leichten (ca. 14 SL bis max 6a, zumeist 5) am Fitz und schraubt sich in einigen Quergängen auf der schattigen Südseite empor um irgendwann auf die Ausstiegslängen der bekannteren "Supercanaleta" zu treffen (von da nochmal ca 200hm bis zum Gipfel: ca. 50° Eis, im Fels max 5).

Naja: Zum Einstieg sinds dann doch nochmal gute 3 Stunden in kombiniertem Gelände. Als wir endlich dort ankommen ist es 10 Uhr. Wir haben zwar einen Schlafsack dabei aber keinen Kocher. Es bleiben knapp 1,5 Liter Wasser. Wir steigen in die Route ein: Klettern mit fettem Rucksack (Bollerschuh, Pickel und Steigeisen) und einigen Kilo Hardware am Gurt kann beeindruckend zach sein... wir rechnen (eigentlich gabs nix zu rechnen): lauter Quergänge, zumal im Granit, machen Abseilen über die Route nicht gerade zum Vergnügen und bald würde der Weg nach unten zwangsläufig über den Gipfel führen. Abseilen über die unbekannte Standard-Abseilstrecke der "Franco-Argentina" im Dunklen? Biwak am Gipfel ohne Kocher bzw Wasser...?

Also seilen wir ab. Viele Längen. An beeindruckend wirren Kuddelmuddel-Ständen... irgendwie traurig...der Weg zurück nach El Chaltén dauert nochmal nen Tag...

Dennoch: Es war ein tolles Abenteuer, wir hatten viel Freude und haben noch mehr gelernt! (Markus & Angelika)

Versuch Fitz Roy V - doch ne Nummer zu gross! (26.1.-29.1.2016)