Schon länger wollte eine Arbeitskollegin auf die Zugspitze, was ein guter Anlass für uns war, mal wieder durchs Höllental zu gehen... Gestern war erstaunlich "wenig" Andrang für einen Samstag! Evtl haben die diversen "Schreckensberichte" tatsächlich abgeschreckt. Auf der Web-Seite der Höllentalangerhütte gibts immer gute, aktuelle Infos.

Wir starten um 5 Uhr in Hammersbach und wandern durch die - nach den ergiebigen Niederschlägen vom Freitag - von allen Seiten nasse Klamm in ca 2h zur Höllentalangerhütte. Hier machen sich die ersten Übernachtungsgäste fertig und wir halten uns nicht lange auf, sondern füllen nur die Trinkflaschen auf. Es ist jetzt eigentlich schon hell, zu sehen ist zunächst aber nur eine Nebel- bzw. Wolkendecke die den Höllentalanger einhüllt. Wir erreichen das Brett. Hier ist der Fels noch patschnass, der Klettersteig ist aber problemlos machbar...Auf Höhe des Höllentalkars kommen wir über die Wolken und werden mit einer sagenhaften Stimmung und den ersten Sonnenstrahlen fürs frühe Aufstehen belohnt. Nach dem 2. Aufschwung (hier läuft der Hammersbach links des Pfades über eine Steilstufe: Letzte Möglichkeit Wasser zu tanken!) betreten wir das Becken des Höllentalferners. Dieser wird am nördlichen Rand betreten, ist momentan nahezu komplett aper. Das Eis ist durch die warmen Temperturen weich und es ist angenehm zu laufen. Kurz vor der Randkluft muß man eine breitere Spalte queren: Die Schneebrücke erscheint momentan noch sehr solide.

Einstieg zum Klettersteig: Der rechte Einstieg ist unerreichbar, aber links davon gibts die Alternative: Hier kann man aktuell ca 1-2 Meter in die Randkluft absteigen, um den Fels zu erreichen, hat aber auf dem "Podest" direkten Felskontakt. Es hängen hier mehrere Stahlseile vom oberen Klettersteig herunter: Senkrecht 2 baumelnde Drahtseile und ein Strick mit Sachstichaugen, der beim Hochhangeln helfen soll und rechts ein (wie auch immer unten fixiertes) Drahtseil, an dem man sich hochziehen kann. Von der ersten Zwischensicherung nach ca. 15 Metern kann man nachsichern. Die Brücke der Randkluft möglichst nur einzeln betreten, nicht wie auf unseren Bildern! Der Nachsteiger sollte auf der rechten Variante unbedingt zusätzlich mit zB Klettersteigset oä. am Drahtseil eingehängt werden um Pendler zu vermeiden.

So machen wirs und anschließend gehts in normalem Klettersteigbetrieb weiter bis wir pünktlich um 12 Uhr den Gipfel erreichen. Nach der relativen Ruhe im Höllental trifft uns hier der erwartete der Massenbetrieb dennoch wie ein Schlag. Nach Brezn und Bier nehmen wir bequem die Bahn zurück nach Hammersbach.

Mit dabei: Judith, Hofi&Verena, Schorsch&Geli

Aktuelle Infos:

https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/hoellentalangerhuette/tourenverhaeltnisse#anchor_QJ8V4i6IkJhts6QcCCVSpg